Reichenstraße

Aus Barmstedt-Geschichte
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Allgemeines

Die Reichenstraße hieß in früheren Jahren niederdeutsch "Riekenreeg". Auf alten Aufnahmen lässt sich gut der Wandel von ursprünglich ackerbürgerlich geprägten Häusern zu reinen Kaufmannshäusern erkennen. Das letzte "reine" Bauernhaus in der Reichenstraße, das Lohsesche Haus an der Ecke Bahnhofstraße, wurde 1957 abgerissen.

Reichenstraße ca. 1910: Das Lohsesche Haus

Foto: Das 1725 erbaute Lohsesche Haus. Heute steht hier der Barmstedter Schusterjunge.Auf dem etwa 1910 entstandenen Foto erkennen wir links daneben das Schuhwarengeschäft Lüdemann (heute: Der Schuhladen Schramm) sowie das Haus Glismann, das ca. 1933 abgerissen wurde (heute Parkplatz der 1980 eröffneten Spielhalle).

Haus Reichenstraße 8 / Kaufhaus Wöbcke

Als das Haus in der Reichenstraße Nr. 8 im September 2011 von seiner Eternit-Verkleidung befreit wurde, konnte man tief in die Vergangenheit des Hauses schauen: Wie man auf dem aktuellen Bild gut sehen kann, wurde die Seitenfassade eines typischen Kaufmannshauses freigelegt. Oben erkennt man gut die Speichertür, über der früher ein Seilzug befestigt war. Die ebenfalls früher typische Beschriftung kam -schlecht leserlich- auch wieder zum Vorschein.

Haus Reichenstr. 8 während der Sanierung im September 2011

Peter Steenbuck hat anhand eines alten Fotos versucht, die Schrift lesbar zu machen:

Haus Reichenstraße 8: Schriftzug heute

Im dem Haus war früher der Kaufmann Heinrich Wöbcke ansässig, der mit Textilien handelte. Das Haus, in dem nach Heinrich Wöbcke der Kaufmann Blaubach seinen Laden hatte, später (seit 1959) das Modehaus Dannenberg, war von 1894 bis 1905 Redaktionsgebäude der "Barmstedter Zeitung", als sie noch dem Buchdrucker August Christen gehörte. August Christen verkaufte seinen Verlag jedoch, nachdem er zum Bürgermeister berufen wurde.

Kaufhaus Heinrich Wöbcke

Der aus dieser alten Fotografie vergrößerte Schriftzug, der jetzt wieder sichtbar wurde, in der Vergrößerung:

Reichenstr8 schrift original.jpg