Rantzauer Schloßbrauerei

Aus Barmstedt-Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • 1866 ließ sich der Bauer und Brauer Peter Grelck auf dem Gelände der Dienstgärten der Gerichtsbeamten vom preußischen Finanzministerium in Berlin einen Eiskeller genehmigen. Weitere Gebäude durften hier nicht gebaut werden.
  • 1877 kaufte Brauerei- und Brennereibesitzer Fritz Peters das alte Brauereigelände von Peter Grelck mit dem Eiskeller auf Rantzau und errichtete eine Brauerei.


RantzauerSchlossBräuSchild.jpg
*1892 ging die "Rantzauer Brauerei" von Peters in Konkurs. Der Barmstedter Maurermeister Handorff erwarb die Gebäude und gründete jetzt die "Rantzauer Schloßbrauerei Barmstedt, Handorff & Co.". Handorff und Mangels pachteten 1902 für 100 Taler vom Wassermüller Diedrich Mohr die Eisentnahme auf den Auwiesen, verkauften die Brauerei aber schon 1902 an den süddeutschen Unternehmer Wilhelm Feldhoff. Dieser versierte Bierbrauer machte aus dem Betrieb die erfolgreiche Rantzauer Schloßbrauerei, erweiterte die Anlagen und baute sein heute noch stehendes Wohn- und Verwaltungsgebäude neben die "1000-jährige Eiche". Der Komplex bestand von jetzt an aus Sudhaus, Lagerhalle mit Eiskeller, Wohnhaus und Pferdestall. Das Eis wurde aus dem Mühlengraben und von den Auwiesen geholt.
  • Im Ersten Weltkrieg ging der Umsatz, auch wegen fehlender Rohstoffe, stark zurück, so dass 1917 der Betrieb von der Bavaria und St. Pauli-Brauerei in Hamburg übernommen wurde, die bereits die Elmshorner "Exportbrauerei" geschluckt hatte. Bis 1923 wurde am Barmstedter Standort noch Bier hergestellt, 1920 z.B. noch 5000 Hektoliter "Rantzauer Schloßbräu". Danach füllte man hier nur noch Hamburger Bier ab und vertrieb es. Erst 1983 wurde der Betrieb ganz eingestellt und die Gebäude an Mitarbeiter verkauft. Das etwas zurückliegende Sudhaus, in dem das Bier gebraut worden war, wurde unter Beachtung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte in ein Wohnhaus umgewandelt. Der asphaltierte Hof wurde renaturiert.