Philipp Georg Friedrich von Reck

Aus Barmstedt-Geschichte
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Mausoleum von Reck auf dem alten Friedhof in der Moltkestraße
Für Barmstedt hatte Philipp Georg Friedrich von Reck Bedeutung, da er von 1764 bis 1792 auf Rantzau Amtsverwalter, Haus- und Kirchspielvoigt war. Geboren 1710 im "Hannöverschen" hatte er als 24-Jähriger im Auftrag des britischen Königs und Kurfürsten von Hannover Salzburger Glaubensflüchtlinge über den Atlantik nach Amerika begleitet und sie bis in die neue britische Kolonie Georgia gebracht, wo sie die Ansiedlung Ebenezer gründeten. 1735/36 überquerte von Reck mit einer weiteren Flüchtlingsgruppe den Atlantik mit dem Entschluss, sich ebenfalls dort niederzulassen. Die alte Siedlung wurde aufgegeben und ein Neu-Ebenezer gegründet. Aber Streit mit der dortigen Obrigkeit und gesundheitliche Probleme zwangen ihn zur Rückkehr. Von dieser Überfahrt brachte er ein Skizzenbuch mit, das mit seinen Beschreibungen des Lebens der Indianer, der Tier- und Pflanzenwelt Georgias sowie der Anfänge Ebenezers 1980 in den USA unter dem Titel „Von Reck´s Voyage: Drawings and Journal of Philip Georg von Reck“ von Kristian Hvid veröffentlicht wurde.

Nach einem Jurastudium wurde er u. a. Regierungsrat in Hessen-Kassel. Zuletzt stand er in dänischen Diensten, nämlich als Amtsverwalter, Kirchspiel- und Hausvoigt für Barmstedt zunächst unter dem Administrator von Söhlenthal auf Rantzau. 1792-93 veröffentlichte er "D. Martin Luther´s Predigten über alle Sonn- und Festtags-Evangelien durchs ganze Jahr".

Er starb am 13. März 1798 und wurde gemeinsam mit seiner Frau auf dem Friedhof neben der Kirche in einem Mausoleum beigesetzt, das nach Auflösung dieses Friedhofs 1844 auf dem neuen „an der Ohe“, der heutigen Moltkestraße, wieder errichtet wurde, aber irgendwann verschwunden ist. In dem Werk „Kunstdenkmäler des Kreises Pinneberg“ wurde es in der Ausgabe von 1939 genau beschrieben: Es war quadratisch, hatte eine Grundfläche von 3,45 mal 3,45 m und eine Mauerhöhe von 1,60 m. Das Zeltdach sei mit Blech gedeckt gewesen. Neben der Tür seien zwei rechteckige Sandsteintafeln mit Wappenreliefs angebracht gewesen. Die hölzernen Türflügel hatten ein rundes Entlüftungsloch mit durchbrochener Eisenblechplatte, auf der Totenkopf und Stundenglas zu sehen seien.

Über von Reck forschte der Pastor i. R. Kai Dose aus Bad Kreuznach.

Quellen:

Verf.: Michael Theilig