Nappenhorn

Aus Barmstedt-Geschichte
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Geschichte

Die Genossenschaftsmühle 1930
Neubau des Wasserwerks 1954
Richtfest des Wasserwerks 1954
"Nappen" bedeutet im Plattdeutschen: jemandem etwas wegschnappen, stibitzen. Nach Dössel handelt es sich beim "Nappenhorn" um einen abgelegenen Winkel, wo seinerzeit des öfteren etwas (vom Felde) wegstibitzt worden ist.

Im vorderen Teil des Nappenhorns (Am Bahnhof) befindet sich zur Zeit noch das große Gebäude der ehemaligen Genossenschaftsmühle. Sie ist in den Inflationsjahren 1922/23 von der "Ein- und Verkaufsgenossenschaft des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins für die Grafschaft Rantzau m.b.H." erbaut worden. Die Baukosten betrugen 8 Millionen Mark. Sie enthielt drei Mahlgänge; zeitweise wurden hier täglich bis zu 600 Zentner Korn verschrotet. Die schwere Wirtschaftskrise um 1930 führte im Februar 1932 zum Konkurs der Mühle. Eigentümerin wurde die Elmshorner Genossenschaftsmühle. Seitdem wurde hier nur noch Lohnmüllerei betrieben. Im übrigen diente das große Gebäude als Lager und Verteilungsstelle.

Im hinteren Teil des Nappenhorns entstand in den 1950er Jahren das Städtische Wasserwerk.

Wegen der mehrfach in Barmstedt aufgetretenen Typhus-Erkrankungen sah der Amtsarzt des Kreises Pinneberg sich am 14.9.1951 erneut veranlasst, auf die Notwendigkeit einer zentralen Wasserversorgung in Barmstedt hinzuweisen. Die Einwohner der Stadt Barmstedt versorgten sich im Oktober 1951 noch aus insgesamt 870 Privatbrunnen. Der Amtsarzt hielt seinerseits seinen Verdacht aufrecht, dass das Grundwasser, aus dem die Brunnen gespeist wurden, durch Typhus-Bazillen verseucht war. Bereits am 9.10.1951 beschloß die Stadtvertretung, Vorplanungsarbeiten zu veranlassen, die am 11.8.1953 einstimmig zu der Entscheidung führten, eine öffentliche Wasserversorgungsanlage zu errichten.

Nachdem im Februar 1954 das Ingenieurbüro Preußner, Hamburg, den endgültigen Auftrag für die Planung und Bauaufsicht des zu errichtenden Wasserwerkes erhielt, konnte am 1.12.1954 das Richtfest gefeiert und im Herbst 1956 das Wasserwerk in Betrieb genommen werden.

Adressbuch von 1926

Daten aus dem Adressbuch 'Kreis Pinneberg' des Jahres 1926:
Strasse Name Vorname Titel/Stand Beruf Telefon
Nappenhorn Arps Fritz Steinsetzer
Nappenhorn Arps Hermann Schreiber
Nappenhorn Mohr Hinrich Landwirt
Nappenhorn Mohr Hinrich Lagerist
Nappenhorn Mohr Hinrich Rentner
Nappenhorn Mohr Johannis Landwirt
Nappenhorn 65 Kühl Bernhard Landwirt
Nappenhorn 65 Kühl Heinrich Landwirt


Siehe auch

Übersicht Barmstedter Straßen

Quellen

  • Adressbuch 'Kreis Pinneberg' 1926
  • "Historischer Streifzug durch die Straßen Barmstedts" von Hans Dössel, bearbeitet von Rudolf Schröder und Hildegard Burchert aus der Broschüre "850 Jahre Barmstedt" (Hrsg. Stadt Barmstedt), 1989
  • Archiv R. Schröder