Moltkestraße

Aus Barmstedt-Geschichte
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Geschichte

Von 1849 bis 1864 war Adolf von Moltke Administrator auf Rantzau. Sein Bruder, der Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke, ("der große Schweiger") war hier des öfteren zu Besuch. Das wird u.a. der Anlass zur Namensgebung der Straße gewesen sein.

Bis in die 50er Jahre hinein befanden sich an der Moltkestraße westlich der Seestraße Kleingärten. Während der Jahre 1955/56 entstanden die Einfamilienhäuser Seestraße 2, 4 und 6. Bei dem im Jahre 1960 erbauten Mehrfamilienhaus Moltkestraße 1 (6 Wohnungen) handelt es sich um die ersten in Barmstedt erbauten Eigentumswohnungen.

Am Beginn der Straße (Ecke Kleine Gärtnerstraße/Moltkestraße) standen bis zum Bau des Hauses der Gemeinschaft vier Wohnblöcke, die Rentnerwohnungen der ev. luth. Kirchengemeinde. Sie wurden 1964 errichtet. 1967 kamen 2 weitere Häuser mit je 10 Wohnungen in der Kl. Gärtnerstraße hinzu.

Moltkestraße um 1910 mit dem Torhaus des "alten Kirchhofs" (rechts).
Auf diesem Gelände befand sich der alte Kirch- oder Friedhof "Auf der Ohe", der am 31.12.1910 geschlossen wurde. Noch heute stehen einige Grabsteine als Zeugen dieser Zeit auf dem Gelände des heutigen Hauses der Gemeinschaft. Die Inschriften sind heute kaum noch zu entziffern.

Der "alte Kirchhof" ist laut dem Brockmannschen Tagebuch am Sonntag, dem 14. Juli 1844, eingeweiht worden, als der Platz um die Heiligen-Geist-Kirche keine Bestattung mehr zuließ. Das erste Begräbnis erfolgte zwei Tage danach.

Auf diesem alten Friedhof befand sich u.a. das Grab des Amtsverwalters Matthias Heinrich Theodor Rauert (gestorben 1859) und seiner Gemahlin (gestorben 1905). Der Grabstein ist heute leider nicht mehr aufzufinden.

Ebenfalls hier fand sich das Grab des Kammerherrn August Adolf von Hennings, das in der Nähe des Rauertschen gelegen haben soll. Diesen Grabstein findet man auch heute noch: Der Grabstein zeigt im oberen Schmuckfeld ein Liktorenstabbündel mit Beil, ein aufgeschlagenes Buch mit Federkiel und einen darüberliegenden Palmenzweig. Sie sollen Sinnbild seiner Tätigkeit als Administrator und Gerichtsherr (1808 - 1826) und seiner privaten literarischen Neigungen sein.

Hennings stand lange Zeit in engeren Beziehungen zu literarischen Zirkeln Hamburgs und Altonas. Er selbst schriftstellerte und gab (bereits vor seinem Rantzauer Aufenthalt) im Verlag Hammerich/Altona eine Zeitschrift: "Genius der Zeit" heraus. Er besaß den Mut, in dieser Zeitschrift die "Dichterfürsten" Goethe und Schiller wegen einiger Xenien (Sinngedichte, erschienen in Schillers "Musenalmanach"), anzugreifen. Goethe nahm den Fehdehandschuh auf und setzte sogar Hennings in seinem "Faust" ein wenig ansprechendes Denkmal (Vergleiche Faust 1. Teil: "Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias goldene Hochzeit").

Adressbuch von 1926

Daten aus dem Adressbuch 'Kreis Pinneberg' des Jahres 1926:
Strasse Name Vorname Titel/Stand Beruf Telefon
Moltkestraße 1 Andresen Hermann Wirtschaftsgehilfe
Moltkestraße 1 Andresen Lorenz Händler
Moltkestraße 2 Hasse Wilhelm Justizobersekretär
Moltkestraße 4 Mohr Johann Bahnarbeiter
Moltkestraße 4 Wrage Johann Schuhmacher
Moltkestraße 5 Kühl Erich Kaufmann
Moltkestraße 5 Twisselmann Margaretha Wwe.
Moltkestraße 6 Schumacher Wilhelm Kaufmann
Moltkestraße 6 Schwartzkopf Meta Wwe.
Moltkestraße 6 Waszkewitz Johann Lehrer
Moltkestraße 7 Greve August Bürgermeister
Moltkestraße 7 Heine Heinrich Sen. Rentner
Moltkestraße 7 Heine Heinrich jun. Buchhalter
Moltkestraße 8 Andresen Heinrich Altenteiler
Moltkestraße 10 Mangels Auguste Rentnerin
Moltkestraße 10 Voß Johannis Oberpostsekretär
Moltkestraße 11 Gätje Karl Förster
Moltkestraße 12 Hornerlah Emma Wwe.
Moltkestraße 12 Karsch Wilhelm Mittelschullehrer
Moltkestraße 13 Lüdemann Cath. Wwe. Rentnerin
Moltkestraße 13 Standigl Alwine Wwe.
Moltkestraße 13 Voigt Hermann Kanzleiinspektor i. R.
Moltkestraße 14 Friedrichsen Willy Mittelschullehrer
Moltkestraße 14 Rathsach Christine
Moltkestraße 15 Meyer Detlef Lehrer
Moltkestraße 15 Saß Helmut Bankbeamter
Moltkestraße 16 Hölscher Heinrich Landwirt u. Viehhändler
Moltkestraße 17 Maybauer Maria Technische Lehrerin
Moltkestraße 17 Meyer Heinrich Schneider
Moltkestraße 17 Wulff Wilhelm Zimmerer
Moltkestraße 18 Bornholdt Johann Hinrich Maurermeister
Moltkestraße 18 Bornholdt Margarethe Rentnerin
Moltkestraße 18 Bornholdt Wilhelm Rentner
Moltkestraße 20 Studt Dora Wwe. Pension.
Moltkestraße 20 Wetzel Otto Studienassessor
Moltkestraße 20 Wulf Helmut Dr. phil.
Moltkestraße 20 Wulf Luise Wwe.
Moltkestraße 21 Bornholdt Johannes Tischlermeister
Moltkestraße 21 Mohr Hans Buchhalter
Moltkestraße 22 Behrmann Anna
Moltkestraße 22 Both Heinrich Maler
Moltkestraße 22 Danker Hermann Händler
Moltkestraße 22 Fischer Wilhelm Postschaffner
Moltkestraße 22 Kaeckeren Heinrich
Moltkestraße 22 Knoke Hanna Wwe.
Moltkestraße 22 Olsen Wilhelm Arbeiter
Moltkestraße 22 Schmuck Hinrich Zugführer
Moltkestraße 22 Schulß Ernst Arbeiter
Moltkestraße 23 Dohrn Heinrich Musiker u. Tanzlehrer
Moltkestraße 24 Kelting Johannis Lehrer
Moltkestraße 24 Normann Emil Kaufmann
Moltkestraße 28 Harries Friedrich Verwalter
Moltkestraße 28 Lindau Paula
Moltkestraße 29 Christensen Friederike Wwe.
Moltkestraße 29 Dittmer Hans Hinrich Ober-Briefträger a. D.
Moltkestraße 29 Tiemann Anna Schneiderin
Moltkestraße 30 Glismann Margareta Wwe.
Moltkestraße 30 Köllner Alma Wwe.
Moltkestraße 32 Boltzen Peter Zimmermeister
Moltkestraße 32 Hansen Emma Wwe.
Moltkestraße 32 Saß Johannis
Moltkestraße 33 Stammerjohann Hermann Kirchhofswärter


Siehe auch

Übersicht Barmstedter Straßen

Quellen

  • Adressbuch 'Kreis Pinneberg' 1926
  • "Historischer Streifzug durch die Straßen Barmstedts" von Hans Dössel, bearbeitet von Rudolf Schröder und Hildegard Burchert aus der Broschüre "850 Jahre Barmstedt" (Hrsg. Stadt Barmstedt), 1989