Kleine Gärtnerstraße

Aus Barmstedt-Geschichte
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Geschichte

Die alte Flurbezeichnung des Gebietes um die Kleine Gärtnerstraße lautete: "Auf der Oh(e)".

Gasthof "Zum ländlichen Verkehr" von Johannes Glismann, ca. 1910.
Die Kleine Gärtnerstraße ist (im vorderen Bereich von der Königstraße bis zur Großen Gärtnerstraße) geprägt durch die Firma Kremer-Glismann (Baustoffe).

Das Geburtshaus der Firma war die frühere Gaststätte mit Ausspann "Zum ländlichen Verkehr" an der Ecke Königstraße/Kleine Gärtnerstraße. Im Februar 1972 wurde das Gebäude mit den ehemaligen Büroräumen der Firma Gustav Glismann abgerissen. An dieser Stelle wurde ein Wohnblock mit 11 Wohnungen errichtet.

Besitzer des Lokals "Zum ländlichen Verkehr" war Johannes Glismann, geb. am 20.3.1854. Bereits seit 1853 gibt es Hinweise auf Tätigkeiten der Zimmerei Glismann. Unter der Leitung von Joh. Glismann erlebte sie einen Aufschwung. Außer der Zimmerei führte er noch einen schwunghaften Handel mit Düngemitteln. Am 31.12.1899 wurde die Firma auf den Namen seines Sohnes Gustav Glismann in das Handelsregister beim Amtsgericht Rantzau eingetragen.

Der Gasthof "Zum ländlichen Verkehr" war ein vielbesuchtes Lokal, da gegenüber der von 1844 bis 1910 benutzte Friedhof lag. In den Stallungen, die hinter der Gastwirtschaft in der Kleinen Gärtnerstraße lagen, waren von Februar bis August die "Königshengste" vom Staatsgestüt Traventhal stationiert. Hier fand auch der Remonte-Markt statt. Die Bauern aus der Umgebung stellten der Remonte-Komission ihre jungen Pferde vor, die besten wurden dann für die Kaiserliche Armee angekauft.

Am 10. März 1937 kaufte der Urgroßvater des jetzigen Inhabers, Ferdinand Kremer, die Firma Gustav Glismann.

1942 wurde das Unternehmen Gustav Glismann zum Wehrbetrieb erklärt. Die Wehrmacht brauchte Transportkisten für Munition und Verpflegung. Ein neuer 33 m hoher Schornstein wurde gemauert, das Sägewerk lief auf Hochtouren. Zeitweilig beschäftigte man bis zu 80 Leute, in Friedenszeiten waren es 45 Mitarbeiter. Nach Kriegsschluss wurde das geschnittene Holz an die britische Besatzungsmacht geliefert.

Da sich in den Jahren der Währungsreform das Sägewerk nicht mehr rentierte, wurde es stillgelegt und einige Zeit später auch die Kistenproduktion aufgegeben, während der Vertrieb der anderen Baustoffe aufgrund des Nachkriegs-Baubooms stark anstieg.

1977 wurde die traditionelle Baustoffhandlung zum Baumarkt erweitert.

Auf der Ohe

In dem rückwärtigen Bereich der Königstraße zwischen Neue Straße, Große und Kleine Gärtnerstraße entstand in den 1990er Jahren ein Wohngebiet (Bebauungsplan Nr. 26), das über die neue Straße "Auf der Ohe" von der Kleinen Gärtnerstraße über das Gelände des früheren Sägewerks (gegenüber dem Haus der Gemeinschaft / Lindenweg) erreicht werden kann.


Adressbuch von 1926

Daten aus dem Adressbuch 'Kreis Pinneberg' des Jahres 1926:
Strasse Name Vorname Titel/Stand Beruf Telefon
Kleine Gärtnerstraße Lohse Christian Landmann
Kleine Gärtnerstraße 3 Drees Gustav Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 3 Holtorf Peter Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 3 Schmidt Hermann Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 3 Sülau Johann Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 4 Decker Wilhelm Schlachter
Kleine Gärtnerstraße 4 Maier Hermann Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 5 Nuppenau Johann Rentenempfänger
Kleine Gärtnerstraße 6 Behnke Johann Müller
Kleine Gärtnerstraße 6 Clasen Otto Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 7 Mohr Karl Zimmerer
Kleine Gärtnerstraße 8 Brümmer Fritz
Kleine Gärtnerstraße 8 Möller Willi Schlachter
Kleine Gärtnerstraße 10 Bargmann Joachim Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 12 Bargmann Jochim Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 12 Siems Hermann Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 13 Bargmann Wilhelm Rentner
Kleine Gärtnerstraße 13 Mohr Amanda Wwe.
Kleine Gärtnerstraße 15 Lohse Gustav Klempner
Kleine Gärtnerstraße 15 Möller Elise Wwe.
Kleine Gärtnerstraße 15 Möller Heinrich
Kleine Gärtnerstraße 15 Schmuck Ernst Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 16 Bergert Johannis Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 16 Mohr Hans Rentner
Kleine Gärtnerstraße 16 Mohr Willy Sparkassengegenbuchführer
Kleine Gärtnerstraße 17 Mohr Thies Nachtwächter
Kleine Gärtnerstraße 20 Bök Heinrich Rentenempfänger
Kleine Gärtnerstraße 20 Misdorf Mart. Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 21 Arnold Helene Wwe.
Kleine Gärtnerstraße 21 Krohn Dorothea Wwe.
Kleine Gärtnerstraße 21 Krohn Johann Heizer
Kleine Gärtnerstraße 23 Leuband Ernst Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 23 Leuband Wilhelm Wächter
Kleine Gärtnerstraße 23 Wrage Wilhelm Rentner
Kleine Gärtnerstraße 25 Bräuß Heinrich Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 25 Steenbock Heinrich Arbeiter
Kleine Gärtnerstraße 27 Matthey Wilhelm Maschinenmeister
Kleine Gärtnerstraße 27 Wagner Hinrich Eisenbahner
Kleine Gärtnerstraße 29 Köhncke Wilhelm Malermeister
Kleine Gärtnerstraße 30 Fröde Walter Schlachter
Kleine Gärtnerstraße 30 Köhler Arthur Schlachter
Kleine Gärtnerstraße 30 Meyer Auguste Wwe.
Kleine Gärtnerstraße 30 Meyer Wilhelm Schuhmachermeister
Kleine Gärtnerstraße 30 Selk Johannis Schuhmacher
Kleine Gärtnerstraße 30 Sparr Emma Ehefrau
Kleine Gärtnerstraße 32 Milbrat Hermann Kaufmann
Kleine Gärtnerstraße 32 Milbrat Karl Maschinist
Kleine Gärtnerstraße 32 Rathjen Ferdinand Milchfuhrgeschäft
Kleine Gärtnerstraße 34 Bargmann Karl
Kleine Gärtnerstraße 38 Jacobs Hermann Landmann


Siehe auch

Übersicht Barmstedter Straßen

Quellen

  • Adressbuch 'Kreis Pinneberg' 1926
  • "Historischer Streifzug durch die Straßen Barmstedts" von Hans Dössel, bearbeitet von Rudolf Schröder und Hildegard Burchert aus der Broschüre "850 Jahre Barmstedt" (Hrsg. Stadt Barmstedt), 1989