Humburg-Haus: Unterschied zwischen den Versionen

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(Zur Geschichte des Hauses und der Familie Humburg)
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Die Verwaltung des Hauses übernahm ein am 21.03.1992 gegründeter Verein, der den Stifter als Rechtsnachfolger vertritt. Das Haus sollte laut Schenkungsvertrag auschließlich öffentlich genutzt werden und ist deshalb heute für die Bürger und Vereine der Stadt ein wichtiger Treffpunkt. Privatfeiern, Vereinssitzungen und Kultur-Veranstaltungen finden hier statt.
 
Die Verwaltung des Hauses übernahm ein am 21.03.1992 gegründeter Verein, der den Stifter als Rechtsnachfolger vertritt. Das Haus sollte laut Schenkungsvertrag auschließlich öffentlich genutzt werden und ist deshalb heute für die Bürger und Vereine der Stadt ein wichtiger Treffpunkt. Privatfeiern, Vereinssitzungen und Kultur-Veranstaltungen finden hier statt.
  
Fast immer ausverkauft sind die hochkarätigen Musik-, Literatur- oder Kabarettveranstaltungen des Barmstedter Kulturvereins [http://www.pfiff-ig.de/ "Pfiff"], der hier wegen der urigen Atmosphäre seine wichtigste Spielstätte hat.
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Fast immer ausverkauft sind die hochkarätigen Musik-, Literatur- oder Kabarettveranstaltungen des '''Barmstedter Kulturvereins [http://www.pfiff-ig.de/ "Pfiff"]''', der hier wegen der urigen Atmosphäre seine wichtigste Spielstätte hat.
  
  

Version vom 15. April 2013, 20:26 Uhr

Zur Geschichte des Hauses und der Familie Humburg

Humburg-Haus Chemnitzstrca1900.jpg
Die Chemnitzstraße im Winter 1909, kurz bevor die Linde vor dem Humburghaus gefällt wurde
Humburg-Haus Stallungen Heuwagen ca 1970 St.jpg Humburg-Haus Luftbild St.JPG



Der Hof von Süden gesehen mit der Streuobstwiese und dem Scheunengebäude davor, Foto von ca. 1985, die Scheune wurde abgerissen, dort befindet sich jetzt der Bauerngarten
Humburgs Wiesen 1970
Das Humburg-Haus, heute eines der ältesten Häuser der Stadt, wurde 1783 erbaut, wie es die Inschrift am Sturz der "Babendör" (Eingangstür zur Chemnitzstraße) nachweist. Es ist ein Zweiständerhaus und hatte früher eine durchlaufende Große Diele (Grootdeel) mit Lehmboden. An der Ostseite befand sich eine angebaute Schmiede, die der Großvater des letzten Bewohners abreißen ließ, weil er das traditionelle Handwerk der Humburgs nicht mehr ausübte. [Näheres zur Geschichte der Entstehungszeit]
Die Inschrift über der Eingangstür
Datei:Humburg hermann2.jpg
Der letzte Bewohner des Hauses Hermann Humburg (1904-1988)
Der Stifter Dr. med Ernst Heinrich Humburg (1912-1999)
Eine alte Schmiede-Rechnung der Familie Humburg aus dem Jahre 1596

Durch Amtsbücher der Schauenburger und Rantzauer Grafen und ab 1669 durch Kirchenbücher lässt sich die Familie Humburg über 11 Generationen bis 1582 zurückverfolgen. Mindestens seit dem 16. Jahrhundert waren die Vorfahren Schmiede gewesen, wie eine alte Rechnung aus dem Jahre 1596 (s. unten rechts) von Harm Humborg an das "Haus Barmstede" zeigt. Hierin gibt er an, was die gräflich-schauenburgische Kasse des Amtes Barmstedt, dessen Sitz damals die Burg auf den Krückauinseln war, ihm für geleistete Schmiedearbeiten von Michaelis 1595 bis Ostern 1596 schuldete. Als Währung galt zu der Zeit die Lübsche Mark, von der eine 16 Schilling wert war. Ein Schilling hatte 12 Pfennige. Für die Schmiedearbeit von Michaelis bis Ostern, also für ein halbes Jahr, wurden acht Mark, zwei Schilling und sechs Pfennige berechnet. Das Original der Rechnung befindet sich im Privatarchiv der Schauenburger Grafen in Bückeburg.



Der Vater des letzten Bewohners übernahm 1903 das Humburg-Haus und baute es zum Bauernhaus um, also einem der "Ackerbürger"-Häuser mitten in der Stadt, aber mit angrenzender großer Wiesenfläche zur dort in Windungen die sumpfigen Wiesen durchziehenden Krückau hin. Nur das Fachwerk des Vordergiebels blieb erhalten. Vor dem Haus stand bis zum 15.03.1909 eine doppelkronige Linde (s. Bild). Nach ihr wurde der gegenüber liegende Gasthof "Zur Linde" benannt. Der letzte Bewohner der Hauses war der Bruder des Stifters, Hermann Humburg (1904-1988). Er war ein sehr beliebter, immer freundlicher Nachbar, der alle kannte und seine Milchkannen noch selbst mit dem Fahrrad zur Meierei brachte.

Das Humburg-Haus wurde vom damaligen Besitzer, dem in Hamburg lebenden Dr. med. Ernst-Heinrich Humburg (1912-1999), nach dem Tod seines Bruders, der bis zuletzt dort gewohnt hatte, am 26.05.1989 im Wege einer fiduziarischen Schenkung auf die Stadt Barmstedt übertragen. Danach wurde es zunächst aufwändig renoviert und restauriert. Das Stallgebäude wurde abgerissen und die Fläche zusammen mit dem Hof in einen idyllischen dörflichen Platz mit Bauerngarten, Streuobstgarten und Wiesen verwandelt. In die Umgestaltung wurde auch die südlich angrenzende Fläche einbezogen, die noch bis 1934 eine sumpfige Auenlandschaft gewesen war, bis die dort mäandrierende Krückau im Zuge einer Flurbereinigungsmaßnahme vom Reichsarbeitsdienst kanalisiert und die Wiesen trockengelegt wurden. Aus den seitdem zum Hof gehörenden Wiesen und den früher dahinter befindlichen Schrebergärten machte die Stadt Barmstedt vor 10 Jahren eine wasserdurchzogene Naturlandschaft, die sich als Auwald (fast) ohne menschlichen Eingriff entwickeln kann. Die ursprünglich geplante, allerdings umstrittene, Remäandrierung der Krückau ließ sich nicht finanzieren.

Die Verwaltung des Hauses übernahm ein am 21.03.1992 gegründeter Verein, der den Stifter als Rechtsnachfolger vertritt. Das Haus sollte laut Schenkungsvertrag auschließlich öffentlich genutzt werden und ist deshalb heute für die Bürger und Vereine der Stadt ein wichtiger Treffpunkt. Privatfeiern, Vereinssitzungen und Kultur-Veranstaltungen finden hier statt.

Fast immer ausverkauft sind die hochkarätigen Musik-, Literatur- oder Kabarettveranstaltungen des Barmstedter Kulturvereins "Pfiff", der hier wegen der urigen Atmosphäre seine wichtigste Spielstätte hat.


[zurück zur Chemnitzstraße]




Quellen

  • 850 Jahre Barmsted, hg. von der Stadt Barmstedt 1990
  • Archiv Peter Steenbuck
  • Ausstellung und Bilder im Humburg-Haus (Utlucht, Eingangsbereich)
  • Barmstedter Zeitung
  • Barmstedt - geschichtliche Schau, Hans Dössel, hg. von der Stadt Barmstedt 1988

Verfasser: Andreas Lenz, Michael Theilig