Galgenberg

Aus Barmstedt-Geschichte
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Geschichte

Landtafel Pinneberg 1588
Vahrendorfsche Karte 1792/93
In der grafischen Überlagerung der Karte von 1789-1796 (Varendorfsche Karte) mit heutigen Kartendaten lässt sich gut die Lage des "Gerichts" erkennen.


  • Wichtigster Hinweis auf die frühere Existenz einer Hinrichtungsstätte in der Nähe des Ortes Barmstedt ist die Pinneberger Landtafel von Daniel Freese aus dem Jahr 1588, die dieser im Auftrag von Graf Adolf XIV. von Holstein-Schauenburg in drei Jahren herstellte. Das mit kunstvollen Details ausgestattete Landkarten-Gemälde mit 650 historischen Orts- und Flurbezeichnungen und 62 Wappen des Schauenburger Adelsgeschlechts ist eines der ersten seiner Zeit und beruht auf eigenen Reisen des Malers, der vorher bereits berühmte Stadtansichten von Hamburg und Lüneburg sowie die Schlösser und Herrenhäuser des Heinrich Rantzau angefertigt hatte. Insofern ist anzunehmen, dass viele der Details auf eigene Recherchen zurückgehen, insbesondere aber das Detail der Galgen in der Nähe Barmstedts, da es ähnliche Motive sonst auf der Karte nicht gibt. Man erkennt deutlich nördlich von "Barmstede" mit der St. Margaretenkirche und einigen Fachwerkhäusern mehrere, dicht nebeneinander liegende Hügel, die von der Form her Hügelgräbern ähneln. Auf einem davon befindet sich ein Gerüst aus zwei Pfosten und einem Querbalken mit zwei Gehenkten daran. Rechts davon steht ein weiteres Objekt, das ein Pfahl mit einem nicht näher definierbaren Anhang sein könnte.
  • Eine solche "Nutzung" eines Hügelgrabes gab es auch in Itzehoe. Dort gibt es heute noch einen „Galgenberg“, der ein altes, mit 9 m besonders großes Hünengrab ist und im Mittelalter als Richtstätte benutzt wurde. Entsprechend den vier Gerichtsbezirken gab es vier Galgen (Geschichte Schleswig-Holsteins Bd.2, S.32f; Itzehoe. Wege in die Stadt). Seit 1937 ist er als „Germanengrab“ bekannt.
  • In der "Topographisch Militärischen Charte des Herzogtums Holstein" von 1789-1796 (Varendorfsche Karte) ist ein "Gericht" eingezeichnet, und zwar etwa an der Stelle, wo die heutigen Straßen Baumschulenweg, Galgenberg und Mühlenstraße aneinanderstoßen.
  • Merkwürdigerweise lässt sich in schriftlichen Quellen und Darstellungen nichts über diesen Ort finden. Weder Rauert, thor Straten, Dössel noch andere beschäftigen sich mit dem Thema.



Meßtischblatt1978-Galgenberg.jpg
Messtischblatt von 1978. Ein weiterer wichtiger Hinweis auf eine solche Stätte ist die alte Flurbezeichnung "Galgenberg" nördlich des heutigen Baumschulweges und die Straßenbezeichnung "Am Galgenberg". Die alte Wegführung entspricht nicht ganz der heutigen Straße: Der Fußweg gleich rechts nördlich des Bahnübergangs zur Buchentwiete war der alte „Galgenberg“, er wurde 1972 aus verkehrlichen Gründen zu einem Fußweg umgestaltet. Das heißt, hier war die Einmündung zum Galgenberg und nicht erst 100 m weiter, diese Benennung entstand erst Anfang der 70er Jahre. Der alte Galgenberg ging von hier aus nördlich, rechts ging der Schweinekamp (heutige Buchentwiete) ab, irgendwo weiter nördlich traf er auf den heutigen Galgenberg. („850 Jahre Barmstedt (nach Dössel)“)


Adressbuch von 1926

Daten aus dem Adressbuch 'Kreis Pinneberg' des Jahres 1926:
Strasse Name Vorname Titel/Stand Beruf Telefon
Galgenberg Krohn Wilhelm Arbeiter


Siehe auch

Übersicht Barmstedter Straßen

Quellen

  • Adressbuch 'Kreis Pinneberg' 1926