30-jährigen Krieg

Aus Barmstedt-Geschichte
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Ende des Dreißigjährigen Krieges: 7 Jahre nach dem Hamburger Präliminarfrieden von 1641 und fünf Jahre nach Beginn der Verhandlungen, während der der Krieg unvermindert weiterging, wurden zwischen allen deutschen und europäischen Kriegsparteien 1648 mit dem Westfälischen Frieden die Kriegshandlungen beendet. Die genauen Regelungen wurden allerdings erst danach in zwei Rezessen und schließlich 1654 im "Jüngsten Reichsabschied" zu Verfassungsrecht des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Sie waren Friedensvertragsregelungen, die für 100 Jahre durch genaue Regelungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller Staaten eine stabile Friedensordnung für fast ganz Europa schafften, der Hegemonialkonflikt zwischen Frankreich und Spanien wurde allerdings erst 1659 in gesonderten Verhandlungen gelöst. Die Vereinigten Provinzen der Niederlande schieden jetzt aus dem Reich aus und die Schweizerische Eidgenossenschaft wurde faktisch als unabhängig anerkannt.

Schweden erhielt Vorpommern, Rügen und Wismar sowie die Fürstbistümer Bremen und Verden und wurde dadurch deutscher Reichsstand mit Sitz und Stimme auf Reichs- und Kreistagen. Es war jetzt zur dominierenden Ostseemacht und zur ständigen Bedrohung für Dänemark geworden, das 1629 gegen die kaiserlichen Truppen verloren hatte und 1645 im Torstensson-Krieg mit dem Frieden von Brömsebro gegenüber Schweden auf Gotland, Ösel und Teile Norwegens verzichten musste. Das Herzogtum Gottorf war durch die Verbindung zu Schweden in eine zusätzliche Konkurrenz zu Dänemark geraten.

In kirchlichen Fragen wurde die Regelung des Augsburger Religionsfriedens festgeschrieben und auf die Reformierten, nicht jedoch auf die "Täufer" erweitert. Es galt der Grundsatz Cuius regio, eius religio, d. h. das Recht des Landesherrn, die Konfession seiner Untertanen vorzugeben. Daneben gab es für die Untertanen das ius emigrandi, das Recht auf Auswanderung. Hiernach konnten Untertanen, die nicht der Konfession des Landesherrn folgen wollten, in Begleitung ihrer Familie und unter Mitnahme ihres Eigentums auswandern. Die Untertanen hatten somit das Recht, einem erzwungenen Konfessionswechsel auszuweichen.

Im Barmstedter Gebiet, zunächst in der Grafschaft Pinneberg, ab 1650 Grafschaft Rantzau, blieb - wie in den übrigen königlichen und herzoglichen Anteilen des Herzogtums Holstein - auch unter allen wechselnden Herrschaften die lutherische Konfession unverändert verbindlich.